Caritas Flüchtlingshilfe verabschiedet ihre Ehrenamtlichen

Gut 300 Ehrenamtliche haben seit 2014 bei der Caritas Flüchtlingshilfe in Essen angepackt. Nun wurden sie verabschiedet: Ihr Auftrag sei erfüllt.

Mit einem Fest hat sich die Caritas-Flüchtlingshilfe e.V. am Montag (26. November 2018) bei ihren Ehrenamtlichen bedankt und diese verabschiedet. Der Verein wende sich nun anderen Aufgaben zu, der Auftrag in Essen sei ja erledigt, sagt Initiator Rudi Löffelsend. Aber: „Es war schon viel Wehmut dabei.“

 

Flüchtlingshilfe packt bald im Irak und Bosnien an

Die Flüchtlingshilfe werde sich in Zukunft ihren Projekten in Bosnien, Rumänien sowie im Irak widmen. So wie es schon bei ihrer Gründung im Jahr 2014 gedacht war. „Als dann immer mehr Flüchtlinge nach Essen kamen, da haben wir gesagt: ,Wir helfen erstmal hier‘“, erzählt Löffelsend. Die Auslandshilfe wurde zurückgestellt, die Heimatstadt zum Einsatzort. Es wurden Sprachkurse organisiert, ein Möbellager in einem alten Pfarrsaal an der Elisenstraße aufgebaut, Beratung und Erzählcafés angeboten. Gut 300 Ehrenamtliche hätten dabei in den vergangenen vier Jahren geholfen: Deutsche und Flüchtlinge. Erst nach einem Jahr kamen zwei Hauptamtliche dazu.

„Anfangs warteten die Menschen ja teils ein Jahr lang auf die offiziellen Deutschkurse. Da haben wir das organisiert.“ Mehr als 50 Helfer leiteten die Kurse, vermittelten gut 700 Flüchtlingen Deutschkenntnisse. Und dank des Möbellagers konnten sich gut 2500 Menschen einrichten. Zwar hätten die Betroffenen Anspruch auf eine Grundausstattung vom Amt gehabt, „aber in der ersten Zeit kam das Jobcenter da ja nicht hinterher“, erinnert sich Löffelsend. Als das Möbellager die Räume an der Elisenstraße Mitte 2017 habe räumen müssen, sei die Lage entspannter gewesen. Am neuen Standort bei St. Laurentius in Steele wurden daher keine Möbel angeboten.

 

„Die Arbeit hat uns ganz schön Kraft gekostet“

Dafür gab es auch in Steele einen Beratungsraum. Schließlich haben die Ehrenamtlichen seit 2014 rund 1100 Familien und Alleinstehende beraten, manche über Monate. Beim Umgang mit Ämtern brauchen viele Flüchtlinge bis heute Hilfe, und längst nicht jeder ist schon in Essen heimisch. „Aber wir haben Ersthilfe gemacht, wir sind kein Integrationsverein“, sagt Löffelsend. Im übrigen hätten diese Aufgabe inzwischen Vereine und staatliche Institutionen übernommen. „Und wir haben von Anfang an gesagt, dass wir keinem Hauptamtlichen die Arbeit wegnehmen.“ Folgerichtig übernimmt nun der Caritas-Stadtverband manches, was bisher die Flüchtlingshilfe leistete. Anderes läuft längst in Eigenregie, etwa der von syrischen Flüchtlingen gegründete Selbsthilfeverein.

Von den bis zu 300 Ehrenamtlichen seien nach der Hochphase einige abgesprungen, doch viele blieben bis zuletzt mit Herzblut dabei. Zum Abschiedsfest in der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung kamen Gäste vom Sozialdezernenten bis zu Sponsoren und würdigten die Arbeit der Freiwilligen. „Bevor die Regelsysteme wieder liefen, haben wir wichtige Arbeit geleistet“, sagt Löffelsend. „Das hat ganz schön Kraft gekostet.“