Caritas braucht größere Wohnungen für Flüchtlinge

Die Caritas-Flüchtlingshilfe Essen konnte Ende Oktober 2017 ihren 1000. ratsuchenden Flüchtling registrieren. „Dies kann einen Einzelkontakt bedeuten oder auch 20 Termine und endlose Telefonate“, so Bettina Müller, die von Beginn an den Beratungsbereich der Caritas-Flüchtlingshilfe leitete. Gestartet wurde vor zwei Jahren, im Herbst 2015, als die ganze Dimension der Flüchtlingskrise deutlich wurde.

Die Caritas-Flüchtlingshilfe Essen konnte Ende Oktober 2017 ihren 1000. ratsuchenden Flüchtling registrieren. „Dies kann einen Einzelkontakt bedeuten oder auch 20 Termine und endlose Telefonate“, so Bettina Müller, die von Beginn an den Beratungsbereich der Caritas-Flüchtlingshilfe leitete. Gestartet wurde vor zwei Jahren, im Herbst 2015, als die ganze Dimension der Flüchtlingskrise deutlich wurde.

„Das Spektrum der Hilfen ist sehr weit“, so Bettina Müller. Oft geht es um die Beschaffungen von größeren Wohnungen für Familien, die im Rahmen der Familienzusammenführung nach langer Wartezeit in Essen angekommen sind. „Aber es gibt fast keine größeren sozialhilfefähigen Wohnungen mehr, so dass oft 4 bis fünf Personen in kleinen 20 bis 30 Quadratmeter großen Wohnungen leben müssen. Der Markt ist leer!“

Rudi Löffelsend, Vorstandsmitglied der Caritas-Flüchtlingshilfe Essen, berichtet, dass Ratsuchende zunächst nach ihrem Stadtteil gefragt werden, um sie eventuell an die inzwischen eröffneten sieben Standorte für die Betreuung von Geflüchteten, die in Wohnungen leben, zurückzuvermitteln. Diese werden von Mitarbeitern der Caritas und Diakonie im Auftrag der Stadt betrieben. „Dennoch ist der Andrang bei uns nach wie vor stark“, so Löffelsend.

Auch die Nachfrage nach Sprachkursen im Vorfeld und nach Alphabetisierungskursen ist ungebrochen, so Thorsten Smitkowski, der für diesen Bereich hauptamtlich zuständig ist. „Der Standortwechsel von der Elisenstraße in Frillendorf in das Gemeindezentrum von Sankt Laurentius auf dem Graffweg hat die Nachfrage nicht vermindert.“ Zwischen 300 und 350 Menschen kommen wöchentlich in das Gemeindezentrum. Die Caritas-Flüchtlingshilfe Essen möchte nun nach der Konsolidierungsphase verstärkt in die Pfarrgemeinde hineinwirken, um ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu finden.

Bettina Müller stehen derzeit noch vier deutsche Ehrenamtliche sowie drei Praktikanten und wechselnd bis zu 30 ehrenamtliche Dolmetscher aus dem Flüchtlingsbereich helfend zur Seite. Es werden deshalb noch Helferinnen und Helfer gesucht, die für eine gewisse Zeit die Begleitung von Familien oder Einzelpersonen übernehmen, um ihnen den Weg in die Gesellschaft zu erleichtern. Auch das Erzählcafé, das in der Pfarrbücherei eingerichtet wurde, sucht Unterstützung aus der Gemeinde. „Dass wir glücklicherweise hier eine neue Heimat gefunden haben, bietet auch eine große Chance für beide Seiten. Wir möchten Sie nutzen“, so Löffelsend.