EBE-Müllwagen kommt in Iraker Flüchtlingsdorf zum Einsatz

Die EBE hat der Caritas Flüchtlingshilfe Essen einen Müllwagen gespendet. Warum das Fahrzeug in einem irakischen Flüchtlingsdorf gebraucht wird.

Mit dem Baujahr 2005 zählt der Sperrmüllwagen mit der Typenbezeichnung „Daimler Chrysler Econic 2629“ zu den Veteranen der EBE-Flotte. Am Montag haben ihn die Essener Entsorgungsbetriebe der Caritas Flüchtlingshilfe Essen (CFE) übergeben: Diese wird den 26-Tonner bald in den Irak schicken, genauer gesagt in die kurdische Autonomieregion im Norden des Landes. Der Essener Sperrmüllwagen soll dort in einem Flüchtlingscamp eingesetzt werden.

Im „Flüchtlingsdorf NRW“ leben Jesiden, die im Sommer 2014 vor dem so genannten „Islamischen Staat“ fliehen mussten. Die Caritas Flüchtlingshilfe Essen hat für diese Flüchtlinge Wohncontainer, eine Ladenlokalstraße und eine Bäckerei errichten lassen, mit Spenden, von denen ein großer Teil von Essener Unternehmern, Firmen, Schulen, Kirchengemeinden und Bürgern stammt.

 

„Vernünftige Abfallwirtschaft ist wichtig“

Im Mai diesen Jahres schauten sich Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen und Sozialdezernent Peter Renzel das Projekt vor Ort an. Bei dem Besuch entstand die Idee, das Flüchtlingsdorf mit einem Müllwagen auszustatten. „Eine vernünftige Abfallwirtschaft ist wichtig, weil hygienische Probleme schnell zu gesundheitlichen werden“, sagt Rudi Löffelsend, der stellvertretende Vorsitzende der CFE.

Bei der EBE stieß das Vorhaben auf offene Ohren. Sowohl Geschäftsführung wie auch Aufsichtsrat segneten es ab. „Da sich die Chance so konkret bietet, den Menschen ihr schwieriges Leben ein wenig zu erleichtern, möchten wir sie auch nutzen“, teilten die EBE-Geschäftsführer Uwe Unterseher-Herold und Stephan Tschentscher sowie Aufsichtsratschef Roman Brüx mit.

 

Müllwagen muss 4500 Kilometer bis in den Nordirak zurücklegen

Der Sperrmüllwagen eignet sich für den Einsatz im Flüchtlingscamp, weil er – anders als normale Müllwagen – keine Hebevorrichtung für Tonnen hat, sondern hinten einfach eine große Öffnung, in der die Abfälle eingeworfen werden.

In den kommenden Tagen wird das Fahrzeug auf seine lange, einwöchige Reise gehen: 4500 Kilometer über den Balkan, die Türkei bis in den Nordirak. „Wir brauchen auch eine Sondererlaubnis der Iraker, weil das Fahrzeug älter als zehn Jahre ist“, sagt Rudi Löffelsend, dessen CFE die Überführung des Fahrzeugs organisiert und mit Spendenmitteln finanziert. „Das ist eine super Geschichte, wir sind der EBE und dem OB dankbar. Das Fahrzeug wird dringend gebraucht.“